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Als Giordano Bruno 1591
das Werk "De Imaginum, Signorum et Idearum compositione"
verfasst, scheint er zu den letzten Magiern der Renaissance
zu gehören. Der Einfluss von Ficino und Agrippa ist deutlich spürbar,
und so weisen einige der von ihm aufgeführten magische Bilder
eine große Ähnlichkeit mit denen seiner Vorgänger auf.
Der hermetischen Tradition getreu glaubt Bruno an die Anrufung
der Sterne, wie vor ihm Hermes, Ficino
und schließlich Agrippa. Aus diesem Grund übernimmt er
das Talismansystem und passt es an seine Theorie der Gedächtniskunst
an. Das Grundprinzip bleibt unverändert: der Adept überträgt
das Bild des
Planeten, den er anrufen möchte, auf einen Stein, wobei jedem Planeten bestimmte Bilder zugeordnet
sind: |
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SOL
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| Das Bild der Sonne
(auch Weltauge, Lampe, aufmerksamer Schutzherr,
Sähmann und Diener genannt) entspricht einem in
alle Richtungen schauenden Auge, das beobachtet und
uns erlaubt, alles zu sehen, als wären wir ein
Kopf, ein Globus oder ein vollständiges Auge; ein
edles, gegenständliches Bild von Gott, der Vergangenheit, Gegenwart
und Zukunft gleichzeitig erfasst. Um ihn herum sind Sonnenstrahlen zu
sehen, die für Licht, Wärme und
Frieden stehen. |
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| TELLUS |
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| Der Stern wird als enormes Ungeheuer mit in
alle Richtungen blickenden Augen dargestellt. Das Ungeheuer
ist nackt und speit azurblaue Flammen, deren Farbe in den
helleren Bereichen in Kobaltblau übergeht. Inmitten der um
das ganze Auge gleich einem Wirbelsturm herumwachsenden und golden strahlenden
Brauen blitzen wundersame Augen in ihren Höhlen. |
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| MARS |
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| Ein untersetzter, rotbraun gebrannter jähzornig dreinblickender und furchtbar anzuschauender
Mann erhebt sich, scharfsinnig, ernst mit strahlendem
Blick, Feuer in den Augen und wie ein Löwe mit einem
weit geöffneten Mund lächelnd. (...) Er trägt in seiner linken
Hand ein gewaltiges Schwert, das aus solider Bronze geschmiedet
wurde, und auf dem das in die Länge
gezogene Bild eines Drachen zu sehen ist. |
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CUPIDO
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| Ein Junge von wunderbarer
Schönheit und Augen wie ein Gott, einigen Personen
gleich. Hinter ihm sind das Bild der Sonne, der
Erde, des Monds und eines anderen Erstgeborenen zu sehen, also die
Bilder von Göttern. Er hält drei Schlüssel in
der Hand, der erste aus Eisen, der zweite aus Silber
und der dritte aus Gold. |
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SATURNUS
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| Mit seiner braunen Haut, dem hängenden Bart
und den langen Haaren, die büschelweise über die Augenbrauen
wachsen, seinem faltigen Gesicht und dem stechenden Blick
sieht er so wild aus, dass er einen erzittern lässt.
(.) In seiner rechten Hand hält er einen Stab, in seiner
linken einen goldenen Schlüssel, Oliven und Feigen sowie eine Zweigranke
mit Weintrauben. |
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MINERVA
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| Ein
heldenhaftes junges Mädchen, um dessen Füße sich zwei
Drachen winden, und die in der rechten Hand
eine Lanze trägt. Mit der linken Hand hält sie
ein Schild, während Hals und Brust von einem
Harnisch aus Ziegenleder geschützt sind. |
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APOLLO
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| Er erscheint als charmanter
Hirte mit einem Stab und einem Geldbeutel. (.)
Ein sprühender junger Mann mit einem strahlenden Gesicht, der
das Blut aus zerissenen Vögeln herauspresst, um
es anschließend zusammenzurühren und als Getränk der
Hellsehung zu opfern. |
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MERCURIUS
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| Zum Schluss erscheint die sichtbare
Form des energiegreichsten
Gottes, des Herolds, Sendbotens und Richters. Sein Gesicht
ist auf der einen Seite schwarz und auf der
anderen Seite weiß; als junger Mann trägt er Flügel an den
Füßen und einen Hut auf dem Kopf. In seiner rechten Hand
hält er einen Stab, um den sich zwei
Schlangen winden. Er trägt die Krone der
toten Seelen, die vom Fährmann Charon am Styx
übernommen werden. |
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